Dienstag, 29. Mai 2012

Ich (ver)ende.

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

ich (ver)ende.

Nun, natürlich nicht ich selbst, sondern mein Alter Ego Capt'n Koons. Mein Blog wird noch eine Weile online bleiben. Und, sofern ich mich dazu entscheide, weiter zu bloggen, werde ich hier auch mitteilen, wo genau. Sofern es Sie, oder wen auch immer, (dann noch) interessiert. Aber: Ich werde hier sonst nichts mehr veröffentlichen.

Sie kennen das: Die neue Jeans hat eine tolle Farbe. Die richtige Länge. Und sogar der oberste Knopf geht geschmeidig zu! Aber: Wenn Sie nicht aufpassen, guckt bei jeder falschen Bewegung hinten der Arsch raus. Irgendwann können Sie nicht mehr anders: Schweren Herzens muss die tolle Jeans weg, obwohl Sie Ihnen im Mai 2012 eigentlich noch genauso gut gefällt wie damals, im September 2010.

Knapp 51.000 Zugriffe (Stand heute)
893 Kommentare (inklusive meiner eigenen)
103 veröffentlichte Posts (9 unveröffentlichte)

Das ist, was die nackten Zahlen angeht, nicht mein Anspruch. So einfach ist das.

Es gibt eine Menge toller Blogs da draußen (damit meine ich nicht diesen hier), mit vielleicht nur wenigen, aber derart guten Posts, dass (mir) beim Lesen fast die Luft weg bleibt, so präzise und fantastisch wird da mit den Möglichkeiten, die die deutsche Sprache bietet, umgegangen. Resonanz der "Internetgemeinschaft": Null. Jedenfalls nahezu. Dann gibt es Blogs, die im Stundentakt ein Feuerwerk der Belanglosigkeiten zünden, Stummelsätze im Twitter-Stil zum Besten geben, inhaltlich und stilistisch zum Abgewöhnen (damit meine ich keinen speziellen und keinen der Blogs, die ich regelmäßig lese und kommentiere), aber trotzdem unter jeden Post 189 ebenso belanglose Kommentare kriegen. Bloggen als Selbstzweck: Scheißegal, was ich schreibe, Hauptsache viele Leser und Kommentare. Scheißegal, welchen Mist ich kommentiere oder bei wem, Hauptsache das Blog ist prominent. Auf die persönliche Leseliste kommt alles, wenn man den Link findet. Weit streuen, tief stapeln. Prinzip Pusteblume.

Das ist, was die bloße Qualität angeht, nicht mein Anspruch. So einfach ist das.

Ich danke Ihnen für die Zeit, die Sie hier mit mir verbracht haben.

Herzlichst


Ihr Capt'n Koons

Donnerstag, 24. Mai 2012

Depesche von Capt'n Koons, oder: Das Ende des Pfeifens

++++  
 Ballsport und Bier gehören für mich einfach zusammen.

Ich beschließe, mir das Endspiel der Champions League in Form von Public Viewing reinzutun. Beim alleine Gucken wäre mir das Ergebnis wumpe. Aber ich lasse mich immer gerne von einer gewissen Stimmung anstecken und kann da gut eintauchen. Solche Menschenansammlungen sind mein natürliches Revier. Zum Mitfiebern suche ich die Nähe  einer Blondine Ende Zwanzig, die sich, zum Glück, mit einem rot-weißen Schal dekoriert hat. Chelsea ist einer der wenigen Clubs, die mich regelrecht anekeln. Hätten sie und ihre Freundinnen blaue Schals um, würde ich aber auch englische Jubelschreie heucheln. Prinzipien sind ja überflüssig geworden.

Kurz vor dem Anpfiff: Ich bemerke Blondies fast leeren Becher und drücke ihr einen neuen in die Hand.

12. Minute: Blondie bemerkt meinen nur noch halbvollen Becher und drückt mir einen neuen in die Hand.

21. Minute: Arjen Robben knallt den Ball auf's Tor, aber der Torwart pariert. Ich ahme Blondies Reaktion nach, lege beide Hände hinter den Kopf und beuge mich nach hinten. Dann klatschen wir aufmunternd. Nur noch 70 Minuten. Hoffentlich.

36. Minute: Wir fassen uns gegenseitig an der Schulter und hüpfen leicht hoch. Müller schießt knapp vorbei.

Halbzeit: Ich nutze die Gelegenheit, um mich vorzustellen und meinen Begleiter auf Blondies Freundin anzusetzen. Es dauert lange, frisch gefüllte Becher aufzutreiben.

49. Minute: Chelsea kommt besser ins Spiel. Ich hoffe, meine Hand um Blondies Hüfte gibt ihr Kraft, diese Phase durchzustehen.

83. Minute: Müller köpft das 1:0. Blondie und ich liegen uns in den Armen. Es fällt kaum auf, dass ich mich hauptsächlich mit ihrem göttlichen Apfelhintern beschäftige. Der Pokal ist für Bayern und mich in Reichweite.

88. Minute: Drogba macht den Ausgleich. Wir sind entsetzt. Aus unterschiedlichen Gründen.

93. Minute: Robben verschießt einen Elfer. Der Holländer ist dabei, mir ordentlich die Tour zu vermasseln! Ich beweise aber mehr Kampfgeist als die Fussballmillionäre und schaffe es, eine Hand dauerhaft unter Blondies T-Shirt zu parken.

Elfmeterschießen: Ich weiß als Einziger, dass das nie nix mehr wird. Bitterer Abend für Bayern, noch bitterer für Capt'n Koons. Drogba verwandelt den letzten Elfer. Kein Urlaub mehr in Holland, England und der Elfenbeinküste.

Ich motiviere mich ein letztes Mal, setze einen unschuldigen Blick auf und frage Blondie: "Finale dahoam?" ++++

++++ Ich begegne meinem (Quasi-)Chef morgens um halb zehn im Fahrstuhl. Er sieht die gepackte Tennistasche in meiner Hand.

- "Was'n los? Machst Du jetzt schon Feierabend, Koonsi?"
- "Ich geh mal Tennisspielen. Habe heute keine Lust auf Minesweeper."
- "Was'n das?"
- "Also, da spielt man sich zu zweit oder zu viert einen meistens gelben Ball gegenseitig zu und muss..."
- "Das andere meine ich! Man kriegt von Dir auch niemals eine normale Antwort, es ist..."
- "Normalität gibt es nicht. Nur Normvarianten."
- "Genau diesen Scheiß meine ich!"
- "Dachte, das ist von Dir. Bis später dann."
- ".... [Chef gluckst] ...."

In Wahrheit befindet sich in meiner Tasche nur 1 USB-Stick mit einer Textdatei und der einen Hälfte einer Sounddatei. Ich muss zuhause was erledigen. ++++

++++ Ich zuckele einem LKW in einem Tunnel hinterher. Im Rückspiegel tauchen die hellen Lichter eines schwarzen Kombis mit Stern auf. Er fährt so dicht auf, dass ich die Scheinwerfer kaum noch sehen kann und vollführt hinter mir eine Art Formel-1-Slalom. Offenbar hat er mächtig Angst, dass seine Reifen auskühlen könnten. Ich beginne sachte, mir den Hinterkopf gut sichtbar mit dem rechten Mittelfinger zu kratzen. Als der LKW abbiegt, ist die Fahrbahn frei. Ich beschleunige auf 130 und hoffe, dem Mann damit eine Freude zu machen. Hauptsächlich hoffe ich aber, einen in mein Heck gebohrten Stern abwenden zu können. Er klebt immer noch hinter mir und fängt an, mit der Lichthupe zu spielen. Als er hochgradig erregt und laut fluchend zum Überholmanöver ansetzt, warte ich, bis er auf gleicher Höhe mit mir ist und kratze mir diesmal mit dem linken Mittelfinger die Stirn. Dann gebe ich dem ebenso infantilen wie prolligen Verlangen nach einem Kickdown nach, bis ich den Stern nur noch als kleinen Punkt im Rückspiegel sehe. Erst jetzt wird mir klar, dass das gerade mein Schwiegervater war. Ich seufze. ++++

++++ Ich spaziere über die Pflastersteine meiner Heimatstadt und muss an früher denken. Als kleiner Junge war ich oft mit meinen Eltern auf dem Wochenmarkt. Nach dem gemeinsamen Einkauf von Obst und Gemüse haben wir uns meistens aufgeteilt. Meine Mutter ging Schaufensterbummeln und Gedöns kaufen und ich bekam von meinem Vater ein Eis spendiert. Irgendwann, wenn es nach Hause gehen sollte, signalisierten meine Eltern sich gegenseitig durch abwechselndes Pfeifen ihren momentanen Standort, so lange, bis sie sich sehen und in die Arme schließen konnten. Es war kein grelles Komm-jetzt-her-Pfeifen sondern ein liebevolles Trällern wie bei Unzertrennlichen, das das Wiedersehen ebenso herbeisehnte wie feierte. Dieses Geräusch gehört zu meinen intensivsten Kindheitserinnerungen und gab mir immer viel Halt, obwohl es ja nie mir gegolten hatte. An diesem Tag vor wenigen Wochen wurde mir erstmals bewusst, dass das Pfeifen schon vor zweieinhalb Jahrzehnten für immer aufhörte.  ++++

Dienstag, 22. Mai 2012

Rufen Sie in sieben Jahren wieder an.

Die meisten Neuanmeldungen gibt es montags und nach Feiertagen:

"Wenn die Erwartungen an die Freizeit mit dem Partner an der Realität zerschellen."

Noel Biderman, Betreiber einer Seitensprungplattform
 Hat er sehr anschaulich gesagt, der Noel. Finde ich. Weiß trotzdem nicht, ob das eine mit dem anderen so viel zu tun hat.

Freitag, 18. Mai 2012

Mighty Miracle Man's Revenge III - Haken dran, hoffentlich.

Wenn mein Lieblingsblogger dann mal fertig mit Bohren ist, kann er ja zu mir nach nebenan kommen...

Es war eine ausgesprochen schwere Geburt. Akute Zeitnot, mangelnde Privatsphäre, völlige Ahnungslosigkeit bezüglich der "Tonstudio-Software" und dem Einbetten von Audiodateien in Blogs und auch der Wunsch, die Neugierigen und v. a. mich endlich zu erlösen, haben dazu geführt, dass ich ein ganz klein wenig gepfuscht habe.

Ich habe meine Stimme mit der Software so verändert, dass ich klinge wie ein Terrorfürst aus Absurdistan. In natura ist meine Stimme viel tiefer und männlicher, versteht sich.

Und, Mr. Miracle Man, ich gestehe freimütig ein: Ich habe nicht alle Rahmenbedingungen eingehalten. Statt 1:15 Minuten sind es doch etwas über 2 Minuten geworden. Sollten Sie mich deshalb disqualifizieren, ist das natürlich in Ordnung. In diesem Fall suche ich mir schon mal das 1000 g Nutella-Glas aus.

Also denn, die beschriebenen Ereignisse spielen kurz vor oder kurz nach der Jahrtausendwende. Ob es die schlimmsten Verletzungen meines Lebens waren, kann auch ich nicht beurteilen. Ich komme aber dem Wunsch des MM nach und spreche über...

MMChallenge cplt - Kopie by Captain_Koons

//Nachtrag: Wer ist jetzt eigentlich als nächstes dran?

Donnerstag, 10. Mai 2012

Update - Mighty Miracle Man's Revenge II

So. Ich hebe mal den ersten Vorhang...

Ich werde kein Nutella löffeln. Ich werde sprechen.

Der Text steht. Ist vielleicht etwas zu lang, also muss ich schneller sprechen oder drastisch kürzen. Sucht's Euch aus. In 1:15 Minuten kriegt man nicht so viel rein.

Aaaber...

Wie mache ich das jetzt mit der Aufnahme und der Musik im Hintergrund?

Habe bei MM irgendwas von Audacity aufgeschnappt, ausprobiert, hat nicht geklappt. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass ich das eigentlich in meinem Büro nicht machen kann. Ist zwar ein Einzelbüro, aber in den Fluren kann man mich sprechen hören. Das wirkt verdächtig, ich spreche sonst nie. Also muss ich warten, bis das faule Pack Feierabend hat und ich alleine bin. Zuhause geht nämlich auch nicht. Wenn mich die Liebste sprechen hört, wird sie neugierig. Zuhause spreche ich nämlich auch nie.

Aber die eigentliche "Strafe" ist für mich mittlerweile das Einarbeiten in Audacity. Ich hab mit so was gar nix am Hut, das ist eine Qual. Also, bitte nicht wundern, wenn's etwas länger dauert und die Stimme eines Greises zu hören sein wird.

Vielleicht kann mir ja auch jemand für Sechsjährige Dreijährige in max. 5 Sätzen erklären, wo isch da druffdrüggen muss!